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Karriere in der Medienbranche

An dieser Stelle präsentieren wir dir die Medienbranche und ihre Karriereperspektiven für Hochschulabsolventen. Du erfährst Wissenswertes über die verschiedenen Berufsfelder, deine Einstiegsmöglichkeiten und die beliebtesten Arbeitgeber. Zudem sagen wir dir, welche Anforderungen du mitbringen solltest, wie der Berufseinstieg gelingt und was du bezüglich Gehalt und Arbeitszeit erwarten darfst. Schließlich verraten wir dir auch, wie sich die Branche verändert und ob die Jobs in den Medien tatsächlich so rar sind.

    Branchenüberblick

    Medien im Wandel der Zeit

    Medien sind überall und umfassen nicht nur Fernsehen, Radio, verschiedene Print-Medien und Internetseiten. Auch Verlagswesen und Werbung bieten Jobs, die bei Absolventen heiß begehrt sind.

    Die Medienbranche

    © Rolf van Melis - PIXELIO

    Durch das Internet und damit die Digitalisierung der Medien wuchs die Branche in den letzten Jahren rasant an.

    Neue Berufsbilder durch Digitalisierung

    Die meisten Menschen denken beim Stichwort Medien vermutlich an einen Reporter oder Journalisten, was auch tatsächlich einer der beliebtesten Berufe ist. Aber die Branche bietet weit mehr als nur Redaktionen und damit Textproduktion. Zudem bringt die Digitalisierung neue Berufsbilder mit sich. Vor allem die technische Produktion, das heißt der Druck von Printmedien, die digitale Bearbeitung der Beiträge sowie die Programmierung von Online-Medien ermöglichen technisch versierten Absolventen den Einstieg. Dazu kommt Medienrecht und internationales Lizenzgeschäft, Konzerncontrolling, Geschäftsführung und vor allem Marketing und PR. Zudem gibt es einen großen Anteil freischaffender Journalisten.

    In den letzten Jahren etablierte sich außerdem zunehmend der Beruf des Social Media Managers, der für die Verbreitung der Inhalte in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, aber auch Youtube oder Flickr verantwortlich ist. Wegen der rasanten Entwicklung des Internets und dem damit verbundenen Fortschritt werden in den nächsten Jahren vermutlich noch Berufsbilder entstehen, von denen man heute noch gar keine richtige Vorstellung hat. Sich darüber auf dem Laufenden zu halten, lohnt sich!

    Unterschiedliche Fachrichtungen in der Medienbranche gesucht

    In der Branche kommen Absolventen aus ganz verschiedenen Fachrichtungen zusammen. Gerade der Journalismus gilt als Berufsfeld für Quereinsteiger, doch sind Sprach- und Kommunikationswissenschaftler mit der redaktionellen Arbeit am meisten vertraut und deshalb sehr oft in diesem Sektor zu finden. Die Masterstudiengänge und andere Weiterbildungsmaßnahmen, die direkt zum Journalisten ausbilden, nutzen viele erst nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium. Allerdings sind sie auch nicht unbedingt Voraussetzung; nicht alle Journalisten haben eine Journalistenschule besucht.

    In Geschäftsführung, Controlling und Finanzen finden auch Wirtschaftswissenschaftler ihren Platz. Informatikabsolventen sind spätestens seit der Digitalisierung der Medienlandschaft äußerst gefragt, vor allem wenn sie sich bereits im Studium darauf spezialisiert haben, wie es beispielsweise durch Studiengänge wie Medieninformatik möglich ist.

    Da praktisch jedes Medium auf ein gewisses technisches Equipment angewiesen ist, sucht die Branche auch Ingenieure. Für die Bereiche Medienrecht und Lizenzen ist ein Jurastudium von Nutzen. Doch in einer so vielseitigen Branche kommt schließlich fast jede Fachrichtung irgendwo unter. Je nach Themengebiet arbeiten deshalb auch viele Kultur-, Politik- und Sozialwissenschaftler sowie der ein oder andere Naturwissenschaftler in den Medien.

    Top-Arbeitgeber

    Medien-Unternehmen mit großen Chancen

    Laut Trendence Absolventenbarometer 2018 – Wirtschaftswissenschaften erfreuen sich folgende Arbeitgeber der Medienbranche großer Beliebtheit. Im Rahmen der Studie verrieten uns abschlussnahe Studierende mit besonderem Interesse an einer Karriere in den Medien, bei welchen Unternehmen sie am liebsten arbeiten würden. Hier die Top 5:

    Platz im BranchenrankingPlatz im GesamtrankingTop-Arbeitgeber der Medienbranche
    1.31. (2,4%)Red Bull
    2.38. (2,1%)ProSiebenSat.1
    3.55. (1,5%)Bertelsmann
    4.83. (0,8%)ARD
    4.83. (0,8%)Axel Springer
    4.83. (0,8%)ZDF

    Berufseinstieg

    Die Konkurrenz in der Medienbranche übertreffen

    Jobs in den Medien sind begehrt und umkämpft – deshalb ist der Direkteinstieg eigentlich nur mit einschlägiger Praxiserfahrung und sehr guten Studienleistungen möglich. Sinnvoll ist es, wenn du die verschiedenen Möglichkeiten nutzt, die die meisten Arbeitgeber für Absolventen anbieten.

    Wie in anderen Branchen kann auch in den Medien das Trainee-Programm gerade für Wirtschaftsabsolventen den Einstieg erleichtern. Top-Arbeitgeber wie Axel Springer oder ProSiebenSat.1 gewähren Trainees Einblicke in die verschiedenen Arbeitsabläufe des Unternehmens und machen sie fit für spätere Fach- und Führungsverantwortung.

    Volontariate: Chance oder Ausbeutung?

    Eine Besonderheit der Medienbranche ist das sogenannte Volontariat, das dem Trainee-Programm vom Prinzip recht ähnlich ist. Es ist vor allem im journalistischen Bereich, aber auch in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Verlagswesen sehr verbreitet. Dabei sollen junge Fachkräfte, meist Hochschulabsolventen, innerhalb von 12 bis 24 Monaten für den jeweiligen Beruf ausgebildet werden und durchlaufen dabei verschiedene Arbeitsbereiche des Betriebs.

    Karriere in der Medienbranche

    © Eisenhans - Fotolia.com

    Die geringe Bezahlung und die hohe Beanspruchung der Volontäre bringt gelegentlich Kritik ein, doch die Situation hat sich zumindest bei Mitgliedern des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger in den letzten Jahren enorm verbessert. Seit 1990 gibt es gesetzliche Regelung über Dauer, Inhalt und Bezahlung der Volontariate. In Verlagswesen und Öffentlichkeitsarbeit dagegen entscheidet immer noch das entsprechende Unternehmen über diese Aspekte. Trotz teilweise suboptimaler Arbeitsbedingungen sind Volontariate in der Medienbranche nach wie vor bei Absolventen sehr beliebt und die wenigen Plätze hart umkämpft.

    Möglichst früh Berufserfahrung sammeln

    Egal welche Karriere man in der Medienbranche nun anstrebt – um sich gegen die große Konkurrenz durchzusetzen ist es deshalb empfehlenswert, möglichst früh Praxiserfahrung zu sammeln. So gut wie alle Unternehmen bieten Praktika für Studierende verschiedenster Fachrichtungen an – bei Axel Springer zum Beispiel auch im Ausland. Eine Werkstudierendentätigkeit ist ebenso sinnvoll und bringt dazu einen Nebenverdienst ein. Gerade für Studierende von Wirtschaftswissenschaften bieten viele Unternehmen auch die Betreuung von Abschlussarbeiten und Promotionen an.

    Praxiserfahrung ist in der Medienbranche besonders wichtig und das nicht nur wegen der Kompetenzen und der Pluspunkte für den Lebenslauf. Denn leider läuft in der Medienbranche auch viel über Beziehungen, weshalb es gut ist, sich beim künftigen Arbeitgeber schon einen Namen gemacht zu haben – ein Vorteil, den die zahlreichen Konkurrenten vielleicht nicht haben.

    Anforderungen

    Praxiserfahrung und Kreativität

    Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen herrscht in den Medien kein Fachkräftemangel, sondern eher Überschuss. Das liegt daran, dass sich überdurchschnittlich viele Absolventen von der glamourös anmutenden Welt hinter den Kulissen der Medien angezogen fühlen. Entsprechend viel wird von den zahlreichen Bewerbern erwartet.

    Keine Chance ohne Praktikum

    Praktika in der Medienbranche sind äußerst begehrt – kein Wunder, denn ohne diese Erfahrung besteht kaum eine Chance auf einen festen Arbeitsplatz. So sind diese oft schlecht oder gar nicht bezahlten Tätigkeiten die Eintrittskarte für eine Karriere bei Zeitung, Fernsehen oder Verlag  – leider ohne Erfolgsgarantie.

    Anforderungen in der Medienbranche

    © Picture-Factory - Fotolia.com

    Wichtige Soft Skills im Medienbereich

    Mobilität und Flexibilität sind ebenso essenziell wie die Begeisterung und Motivation für die Herausforderungen der Branche. Auch unternehmerisches und leistungsorientiertes Denken und Handeln werden erwartet, genauso wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. In fast allen Berufsfeldern der Medien ist eine gewisse Kreativität von Vorteil. Zudem solltest du unbedingt kommunikationsfähig sein und zwischenmenschliches Feingefühl besitzen, da du in kaum einer Branche so viel mit Menschen zu tun hast. Dazu solltest du engagiert im Team, aber natürlich auch alleine arbeiten können.

    Gehalt

    Gehalt: Nicht der wichtigste Motivationsfaktor

    Geld ist scheinbar nicht der Grund, aus dem viele junge Leute von einer Karriere in den Medien träumen, ist hier doch das Einstiegsgehalt im Gegensatz zu anderen Branchen verhältnismäßig gering. Wie das "Trendence Absolventenbarometer 2018 – Wirtschaftswissenschaften" zeigt, wissen die Studenten sehr wohl, dass sie in der Medienbranche weniger Gehalt erwarten können als in anderen Bereichen.

    Das erwarten Studierende in der Medienbranche

    Erwartetes JahresgehaltInsgesamt FrauenMänner
    bis 35.000 Euro20,6%20,3%20,9%
    35.000 bis 40.000 Euro27,8%33,5%19,8%
    40.000 bis 45.000 Euro19,5%23,9%13,4%
    45.000 bis 50.000 Euro12,2%14,0%9,6%
    50.000 bis 55.000 Euro6,2%6,9%5,2%
    55.000 bis 60.000 Euro7,5%0,0%18,0%
    60.000 bis 65.000 Euro5,0%1,5%9,9%
    65.000 bis 70.000 Euro0,7%0,0%1,7%
    70.000 bis 75.000 Euro0,0%0,0%0,0%
    über 75.000 Euro0,6%0,0%1,5%
    Durchschnitt41.600 €39.200 €44.850 €

    Quelle: Trendence Absolventenbarometer 2018 – Wirtschaftswissenschaften, Studierende mit Branchenpräferenz Medien

    Die Medienbranche zählt zu den "Flop"-Branchen

    BrancheBruttojahresgehalt
    Freizeit, Touristik, Kultur & Sport32.021€
    Bildung & Training33.866€
    Agentur, Werbung, Marketing & PR34.441€
    Medien (Film, Funk, TV, Verlage)37.377€
    Gesundheit und soziale Dienste38.814€
    Groß- und Einzelhandel40.026€
    Öffentlicher Dienst und Verbände40.271€
    Nahrungs- und Genussmittel40.352€
    Baugewerbe/-Industrie40.801€
    Personaldienstleistungen41.028€

    Quelle: StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2017

    Einsteiger in den Medien verdienen im Durchschnitt fast 16.000 Euro weniger pro Jahr als Absolventen der Chemie. Die Chemie- und Erdölverarbeitende Industrie gilt momentan als die bestbezahlte Branche. Zu den sogenannten "Flop"-Branchen zählen diejenigen, in denen der Verdienst am geringsten ist. Mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von rund 37.400 Euro belegt die Medienbranche den 4. Platz.

    In diesen Zahlen nicht berücksichtigt sind die freien Journalisten, die in der Regel sehr viel weniger verdienen. Manche Anfänger kommen teilweise auf nicht einmal 1.000 Euro monatlich. Diese Gehälter können aber je nach Auftragslage stark variieren, so schaffen es einige Freiberufler sogar auf bis zu 36.000 Euro brutto pro Jahr. Ebenfalls außen vor sind Volontariate. Zwar ist die Vergütung für Volontariate bei Medien des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger gesetzlich geregelt, in Verlagsbranche oder Öffentlichkeitsarbeit hängt sie allerdings allein vom Betrieb ab. Da kann es leider durchaus passieren, dass ein Volontär mit 500 Euro im Monat am Existenzlimit lebt.

    Arbeitszeit

    Das Weltgeschehen schläft nicht

    Im Rahmen der Studie "Trendence Absolventenbarometer 2018 – Wirtschaftswissenschaften" wurden abschlussnahe Wirtschaftsstudierende mit Interesse an der Medienbranche gefragt, wie lange sie wöchentlich bereit wären zu arbeiten.

    Erwartete wöchentliche ArbeitszeitInsgesamtFrauenMänner
    34 Wochenstunden oder weniger11,5%11,5%11,5%
    35 bis 39 Wochenstunden5,3%7,3%2,1%
    40 bis 44 Wochenstunden54,2%68,0%30,9%
    45 bis 49 Wochenstunden15,0%9,7%24,0%
    50 bis 54 Wochenstunden5,9%2,1%12,5%
    55 Wochenstunden oder mehr8,0%1,4%19,2%
    Durchschnitt41,539,544,7

    Quelle: Trendence Absolventenbarometer 2018 – Wirtschaftswissenschaften, Studierende mit Branchenpräferenz Medien

    Auch die Medienbranche unterliegt dem Arbeitszeitgesetz, laut dem Arbeitnehmer maximal 8 bis 10 Stunden am Tag arbeiten dürfen, sie verlangt dennoch äußerste Flexibilität. Vor allem Fernsehen und Internetseiten sind äußerst schnelllebig und müssen immer topaktuell sein – das Weltgeschehen schläft schließlich nicht. Deshalb musst du immer mit der einen oder anderen Überstunde rechnen. Je nach Berufsfeld bist du auch abends und am Wochenende im Einsatz.

    Nachrichten haben keinen Feierabend

    Und genauso wenig wie wichtige Ereignisse vor dem Feierabend haltmachen, sind sie vorhersehbar. Gerade wenn du für die Nachrichten arbeitest, sei es Print, Fernsehen, Radio oder Internet, passiert es immer wieder, dass ein unerwartetes Ereignis eine Umgestaltung des geschäftlichen und privaten Terminkalenders verlangt. Und wenn du alles stehen und liegen lassen musst, um rechtzeitig am Einsatzort zu sein!

    Eher vorhersehbar, aber nicht weniger zeitraubend ist ein Job in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, weil du immer wieder bei Abendveranstaltungen und anderen Events Präsenz zeigen musst, während andere ihren Feierabend für Freizeitaktivitäten nutzen. Wenn eine Karriere in den Medien nun immer noch dein Traum ist, kannst du es natürlich auch positiv sehen: mit abwechslungsreichen Arbeitszeiten kommt wenigstens keine Langeweile auf.

    Traumjob Medien

    Traumjob Medien – mehr Schein als Sein?

    Medieninformatik, Medienmanagement, Mediendesign – keine Frage, Studiengänge, die „irgendwas mit Medien“ zu tun haben, sind groß in Mode. Zwar gelten vor allem die begehrten Kreativberufe in den Medien als brotlose Kunst, trotzdem gibt es eine große Nachfrage nach Studiengängen, die darauf vorbereiten. Jobs in Zeitung, Fernsehen, Werbung und ähnlichem genießen einen äußerst guten Ruf bei jungen Akademikern. Viele erhoffen sich das Mitmischen in einer schicken und künstlerisch angehauchten Glamourwelt, die sie vielleicht aus Fernsehserien wie „Mad Men“ kennen. Oder sie wären gerne Starreporter, die wichtige Politiker interviewen und auf Abenteuersuche um die Welt reisen.

    Traumjob Medien

    © olly - Fotolia.com

    Wenig Gehalt für harte Arbeit

    Die Realität ist leider sehr viel härter und auch bei weitem nicht immer so aufregend. Gerade beim beliebten Beruf des Journalisten sinkt zunehmend die Nachfrage und die Anzahl der Festanstellungen. So schlägt sich ein Drittel der Berufsgruppe als freie Journalisten durch, obwohl viele von ihnen neben einem Studienabschluss sogar ein Volontariat absolviert haben. Trotzdem erreicht ihr Einkommen nicht einmal die Hälfte von dem, was ein festangestellter Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss im Durchschnitt verdient – und das, obwohl sich freischaffende Texter jeden Auftrag erst einmal hart erkämpfen müssen.

    Als PR-Berater in ein Unternehmen

    Besser sieht es dagegen im Bereich Public Relations bzw. Pressearbeit aus. Die unterschiedlichsten Unternehmen benötigen permanent Öffentlichkeitsarbeiter und geben Absolventen so die Chance, ihr Wissen über die Medienlandschaft sinnvoll einzusetzen und dazu eine Festanstellung zu erhalten. Auch Medienplanung sowie Markt- und Meinungsforschung sind gute Alternativen zum Journalismus. Wer sich beispielsweise als IT-Fachkraft eher im technischen Bereich der Medien orientiert, hat Arbeitslosigkeit ohnehin wenig zu befürchten.

    05/2018

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