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Karriere als Ingenieur

Deutschlands100 informiert dich rund um das Berufsfeld Ingenieurwesen. Verschaffe dir u. a. einen Überblick über die Branche, die Top-Arbeitgeber, Anforderungen an Berufseinsteiger sowie Gehalt und Arbeitszeit.

    Branchenüberblick

    Ingenieure gefragt wie nie

    Während einige Branchen an der Finanzkrise und deren Folgen erheblich zu knabbern hatten, blieben andere davon beinahe gänzlich unberührt und genießen rosige Jobaussichten. Zu letzteren zählt auch die Ingenieurbranche. In Zeiten der Globalisierung steigt die Nachfrage nach Ingenieuren in immer mehr Unternehmen kontinuierlich an. Ein Grund, warum die Ingenieurlücke stets zunimmt.

    Dem Ingenieurmonitor zufolge, der gemeinsam vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) herausgegeben wird, waren im im zweiten Quartal 2017 durchschnittlich 78.380 offene Stellen in Ingenieurberufen zu besetzen. Die Arbeitskräftenachfrage hat damit sowohl gegenüber dem vorangegangenen Quartal als auch gegenüber dem Vorjahreswert deutlich zugenommen. 

    Am größten ist die Nachfrage nach Ingenieuren weiterhin im Bereich Bereich Bau, Vermessung und Gebäudetechnik und Architekten mit aktuell knapp 30.000 zu besetzenden Stellen. Auch in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugtechnik (16.650 offene Stellen) sowie Energie- und Elektrotechnik (15.350 offene Stellen) ist die Nachfrage anhaltend groß. 

    Ingenieure spielen bei der Bewältigung vieler gegenwärtiger wie zukünftiger Herausforderungen – beispielsweise der Digitalisierung oder der Elektromobilität – eine wichtige Rolle, weshalb die Nachfrage nach Fachkräften in den Ingenieurberufen auch in Zukunft nicht abreißen wird. 

    Ingenieure - Gefragte Fachkräfte!

    © demarco - Fotolia.com

    Regionale Nachfrage

    Die Nachfrage ist in allen Bundesländern gestiegen, die meisten Vakanzen gibt es insbesondere in Baden-Württemberg (13.330 Vakanzen), Bayern (14.620 Vakanzen) und Nordrhein-Westfalen (13.690 Vakanzen). Dabei ist insbesondere der Bausektor für die gestiegene Nachfrage verantwortlich, weiterhin aber auch die Bereiche Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Energie- und Elektrotechnik sowie die Technische Forschung und Produktionssteuerung. 

    Die Berufsaussichten für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure sowie für all diejenigen, die ein ingenieurwissenschaftliches Studium in Betracht ziehen, stehen also ganz und gar nicht schlecht. Laut VDI haben sie beste Karten am Arbeitsmarkt, starten in den meisten Fällen mit einer unbefristeten Stelle und können sich leisten, wählerisch zu sein.

    Top-Arbeitgeber

    Der Gewinner ist... die Autoindustrie

    Anhand der Studie „Trendence Absolventenbarometer 2018 – Ingenieurwissenschaften“ wurden die 100 Top-Arbeitgeber in der Ingenieurbranche ermittelt. Diese wurden von examensnahen Studierenden und Absolventen der Ingenieurwissenschaften gewählt. Hierzu wurden die Befragten darum gebeten, jenen Arbeitgeber anzugeben, der ihnen am attraktivsten erschien und bei dem sie sich selbst auch bewerben würden.

    Auffällig ist, dass sich angehende Arbeitnehmer in technischen Berufen vor allem für deutsche Traditionsunternehmen wie Siemens und Bosch entscheiden. Die ersten Plätze der Top 10 nehmen jedoch die führenden deutschen Autohersteller ein. Dieses Ergebnis zeigt, die Autoindustrie ist für Ingenieure und Techniker nach wie vor ein attraktives Berufsfeld.

    Top-Arbeitgeber für Ingenieure

    1.BMW Group
    2. Daimler 
    3. Audi
    4. Porsche
    5.Bosch Gruppe
    6. Airbus
    7. Siemens
    8. Volkswagen
    9.Google
    10.Lufthansa Technik

    Einen Überblick über weitere attraktive Unternehmen im Ingenieurbereich bietet dir das komplette Ranking der 100 Top-Arbeitgeber.

    Berufsfelder

    "Dem Ingenieur ist nichts zu schwer..."*

    Ingenieur kann heutzutage nur noch werden, wer ein Ingenieurstudium an Fachhochschule oder Universität abgelegt hat. Dies impliziert jedoch nicht, dass Ingenieur gleich Ingenieur ist.

    Eine Vielzahl von Ingenieur-Studiengängen

    Eine zunehmend komplexer werdende Welt der Technik hat zur Folge, dass sich neben den klassischsten Ingenieurdisziplinen:

    • Maschinenbau/Verfahrenstechnik
    • Elektronik
    • Informatik
    • Wirtschaftsingenieurwesen/Wirtschaftsinformatik
    • Bauingenieurwesen/Architektur

    zunehmend weitere Studiengänge und Spezialisierungsmöglichkeiten etablieren. Zu diesen Spezialstudiengängen zählen beispielsweise Energie- und Reaktortechnik, Business Engineering and Administration, International Engineering and Management und Computervisualistik.

    Vielfältige Tätigkeitsfelder für Ingenieure

    © imageteam - Fotolia.com

    Mit der Wahl des Studiengangs, der Praktika, der Abschlussarbeit und insbesondere mit dem ersten Job wird der berufliche Weg in eine bestimmte Branche geebnet. 

    Zur Debatte steht dann auch die Frage, welches Tätigkeitsfeld man einschlagen will. Zur Auswahl stehen:

    • Forschung und Entwicklung
    • Konstruktion
    • Produktion und Instandhaltung
    • Montage und Inbetriebnahme
    • Technischer Service und Kundendienst
    • Einkauf
    • Marketing und Vertrieb
    • Produktmanagement
    • Controlling

    Aussichten für angehende Ingenieurwissenschaftler

    Ganz gleich wie er sich entscheidet, der Ingenieur ist beinahe in allen Wirtschaftszweigen und Tätigkeitsfeldern gefragt und immer am Fortschritt beteiligt.

    Wer als Ingenieur nicht nur die Zukunft mittels technischen Fortschritts verändern, sondern sich zudem gegen die Klimaveränderung engagieren will, hat gute Chancen in der erneuerbare-Energien-Branche.

    *Loblied auf die Ingenieure von Heinrich Seidel

    Anforderungen

    Vom geheimen Tüftler zum kommunikativen Multitasking-Talent

    Das Bild vom Ingenieur als geheimen Tüftler (als Daniel Düsentrieb), der fernab von der Gesellschaft in seinem stillen Kämmerlein über seinen Ideen, Zeichnungen und Erfindungen brütet, ist nicht mehr zeitgemäß.  Ein Blick auf die Anforderungen an den Ingenieur seitens der Unternehmen zeigt, dass sich der Ingenieur zunehmend zum kommunikativen Multitasking-Talent entwickelt.

    Neben den fachlichen Kenntnissen sind vor allem fachübergreifendes Wissen und Managementqualifikationen gefragt. Ingenieure müssen in Bewerbungsprozessen meist eine Vielzahl von Schlüsselqualifikationen vorweisen.

    Anforderungen an den Ingenieur

    © Gerhard Seybert - Fotolia.com

    Soft Skills und andere Fähigkeiten

    Zu diesen zählen u. a. Kreativität, Interdisziplinarität, systematisches Arbeiten, betriebswirtschaftliches Denken sowie Teamfähigkeit. Die Liste ließe sich noch um zahlreiche Soft Skills erweitern.

    Einige dieser Schlüsselqualifikationen eignet sich der Ingenieur bereits im Laufe seines Studiums an. Andere dagegen erlernt er erst im Zuge der Praxis: durch Praktika, Auslandsaufenthalte oder eine Werkstudententätigkeit.

    Jedoch nicht nur Soft Skills stehen auf der Liste der Einstellungskriterien ganz oben, sondern auch Fremdsprachenkenntnisse. Die meisten Unternehmen agieren nicht ausschließlich deutschlandweit, sondern international, da bedarf es sehr guter Englischkenntnisse.

    Tipp: Informiere dich, inwiefern dein Wunscharbeitgeber Fremdsprachenkenntnisse voraussetzt und ob vielleicht sogar der Lebenslauf auf Englisch gewünscht wird. Sind Fremdsprachenkenntnisse ausdrücklich erwünscht, dann bereite dich auch darauf vor, diese im Bewerbungsgespräch unter Beweis stellen zu müssen.

    Gehalt

    Verdient der Ingenieur, was er verdient?

    Im “Trendence Absolventenbarometer 2018 – Ingenieurwissenschaften” wurden Studierende der Ingenieurwissenschaften, die sich kurz vor dem Abschluss befinden, gebeten, ihre Vorstellungen hinsichtlich ihres zukünftigen Gehalts in der Ingenieur-Branche anzugeben. Dieses Gehalt erwarten angehende Ingenieure:

    Erwartetes JahresgehaltInsgesamtFrauenMänner
    bis 35.000 Euro4,8%9,2%3,7%
    35.000 bis 40.000 Euro10,3%17,3%8,6%
    40.000 bis 45.000 Euro16,0%19,3%15,3%
    45.000 bis 50.000 Euro24,6%25,0%24,7%
    50.000 bis 55.000 Euro19,4%14,2%20,7%
    55.000 bis 60.000 Euro7,0%4,2%7,6%
    60.000 bis 65.000 Euro10,7%7,4%11,3%
    65.000 bis 70.000 Euro2,2%1,0%2,5%
    70.000 bis 75.000 Euro2,3%1,3%2,4%
    über 75.000 Euro2,8%1,0%3,2%
    Durchschnitt49.200 45.500 €50.000 €

    Quelle: Trendence Absolventenbarometer 2018 – Ingenieurwissenschaften

    Was Berufseinsteiger wirklich verdienen

    Die Höhe des Ingenieurgehalts variiert von Branche zu Branche. Zu den Top-Branchen zählen:

    BrancheDurchschnittsgehalt
    Chemie- und Erdölverarbeitende Industrie52.797 Euro
    Automotive51.488 Euro
    Metallindustrie49.866 Euro
    Elektrotechnik, Feinmechanik & Optik49.648 Euro
    Luft- und Raumfahrt49.518 Euro

    Quelle: StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2017

    Inwiefern der Abschluss das Gehalt bestimmt

    Jedoch nicht nur die Branche oder die Position nimmt auf das Gehalt jeden einzelnen Ingenieurs Einfluss, auch die Anforderungen, die zu übernehmende Verantwortung, Berufserfahrung und insbesondere die Art des Abschlusses sind entscheidend. Wer jedoch über einen Bachelor-Abschluss verfügt, muss z.T. mit deutlich weniger Einkommen rechnen.

    BerufsgruppeEinstiegsgehalt mit BachelorabschlussEinstiegsgehalt mit Masterabschluss
    Fahrzeugtechnik49.239 €51.809 €
    Elektrotechnik, Elektronik45.366 €50.738 €
    Entwicklung 48.413 €50.665 €
    Wirtschaftsingenieur47.116 €48.902 €
    Automatisierungstechnik47.117 € 48.360 €
    Qualitäts- und Prozessmanagement43.064 €48.333 €
    Medizintechnik44.813 €48.057 €
    Maschinenbau45.531 €47.429 €
    Konstruktion, Visualisierung43.642 €45.462 €
    Energie & Umwelttechnik43.663 €44.129 €
    Bauwesen39.706 €41.990 €

    Quelle: StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2017

    » Mehr zum Einstiegsgehalt der Ingenieure 

    Arbeitszeit

    Die Mehrheit der Studierenden erwartet normale Arbeitszeiten

    Jedes Jahr werden Studierende und Absolventen im Rahmen des „Trendence Absolventenbarometer 2018 – Ingenieurwissenschaften“ nicht nur nach ihren Top-Arbeitgebern befragt, sondern zudem gebeten, ihre Anforderungen und Erwartungen an ihren Wunscharbeitgeber sowie berufliche Vorstellungen preiszugeben. Diese Arbeitszeiten erwarten Absolventen im Schnitt im ersten Job:

    Erwartete wöchentliche ArbeitszeitInsgesamtFrauenMänner
    34 Wochenstunden und weniger2,6%3,1%2,4%
    35 bis 39 Wochenstunden13,0%16,9%12,1%
    40 bis 44 Wochenstunden57,1%63,8%55,4%
    45 bis 49 Wochenstunden12,1%8,0%13,2%
    50 bis 54 Wochenstunden10,7%6,3%11,8%
    55 Wochenstunden oder mehr4,6%1,9%5,2%
    Durchschnitt41,940,442,3

    Quelle: Trendence Absolventenbarometer 2018 – Ingenieurwissenschaften

    Die Einschätzung der Studenten und die Realität

    Generell unterliegt die Regelung der Arbeitszeit gesetzlichen Bestimmungen. Dem Arbeitszeitgesetz nach beträgt die werktägliche Arbeitszeit eines Arbeitnehmers 8 Stunden. Diese kann auf maximal 10 Stunden pro Tag angehoben werde. Dies entspricht einer Vierzig- bis Fünfzigstundenwoche.

    Bei Ingenieuren kann die Arbeitszeit dennoch stark variieren. Bedingt ist dies u. a. von Branche, Tätigkeit und Position des Ingenieurs sowie von Unternehmen, Region, Wirtschafts- und Auftragslage. Obwohl keine genauen Daten zu den Arbeitszeiten von Ingenieuren vorliegen, sollten Ingenieurwissenschaftler damit rechnen, auch mal mehr als 40 Stunden die Woche sowie am Wochenende arbeiten zu müssen.

    04/2018

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